Dayanita Singh – der deutsche beitrag im französischen pavillon Venedig 2013

Dayanita Singh, Mona and Myself und Sea of Files, Installationsansicht deutscher Beitrag im französischen Pavillon 2013, courtesy of the artist and Frith Street Gallery, London. Foto: © Roman Mensing in Zusammenarbeit mit Thorsten Arendt, artdoc.de.

“Als junge Frau begann Dayanita Singh einen berühmten indischen Musiker und Tablaspieler auf seinen Reisen um die ganze Welt über Jahre hinweg zu porträtieren. Er entwickelte sich zu einem spirituellen Mentor. Seit dieser Zeit ist das Reisen die Daseinsform, die Singhs Leben und Arbeiten mehr bestimmt als die Verwurzelung in ihrer Heimatstadt. Wie in einem traumähnlichen  Zustand verschmelzen in ihren foto-grafischen Essays und Diaprojektionen unzählige Bilder ihrer indischen Vergangenheit mit ihren Wahrnehmungen der Gegenwart. Europäische Musik und Literatur sowie (…) Filmgeschichte fließen in ihre Arbeit ebenso ein wie die Menschen, Strukturen und Orte ihres Umfelds in Neu-Delhi. Die Melancholie des Weggehens anstelle des Verweilens zieht sich dabei wie eine Grundstimmung durch alle ihre Bilder. Das Herz und der Anker von Singhs Nomadentum ist Mona. Sie steht im Zentrum eines Films, den die Künstlerin für den deutschen Beitrag im Französischen Pavillon entwickelt hat und ist die von ihr wohl am häufigsten porträtierte Person. Sie ist ein Eunuch, (…) ein Double Outcast, die zunächst aus Familie und Gesellschaft und schließlich auch aus der Gemeinschaft der Eunuchen ausgegrenzt wurde. Heute lebt Mona auf einem Friedhof in Alt-Delhi und sie, die Familienlose, ist zu Singhs Ersatzfamilie geworden. Was bedeutet Identität heute, wenn man nicht dazugehört? Zu keiner Familie, zu keiner Nation?” Susanne Gaensheimer im Vorwort der Begleitpublikation zum deutschen Beitrag auf der Biennale di Venezia 2013.

Dayanita Singh, Sea of Files, Installationsansicht deutscher Beitrag im französischen Pavillon 2013, courtesy of the artist and Frith Street Gallery, London. Foto: © Roman Mensing in Zusammenarbeit mit Thorsten Arendt, artdoc.de.

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